SOCIAL YEAR in Walvis Bay

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  • Romy Gros

Fortschritte im Projekt, Freundschaftsspiel&WochenendTrips

Hallo Du, ja, mich gibt es auch noch. Die Zeit fliegt mir hier momentan echt davon, deswegen komm ich auch selten dazu mich an den Laptop zu setzen. Seit dem letzten Blogeintrag ist sehr viel passiert. Ich versuche das alles mal so gut wie möglich zu strukturieren. In der Schule haben wir die letzten Wochen vor allem mit Noten geben verbracht. Die Kids mussten sich nicht nur im Weitsprung beweisen, sondern auch bei einem kleinen Sport-Test. Spätestens nach den 1100 Tests, die wir korrigieren und benoten mussten, verstehe ich, warum sich manche Lehrer in meiner Schulzeit damit gerne Zeit gelassen haben. Das ist wirklich ein nervenraubender Job. Zum Glück hatten wir immer wieder Unterstützung von Freiwilligen und anderen Freunden gehabt.

Ende Februar habe ich Besuch von Yonah, einer Freundin aus Israel bekommen. Grundsätzlich haben wir meinen Alltag gemeinsam durchlebt und in der Freizeit so viel wie möglich angeschaut. Am Wochenende haben wir uns auf den Weg nach Swakopmund gemacht, um bei den Athletics Zonals zu helfen. Am Freitag sind die Primary Schools gegeneinander angetreten, am Samstag die High Schools. Unsere Schule wurde von 36 Schülern vertreten, einige davon waren sehr erfolgreich und konnten sich für die Regionals qualifizieren. Da war ich dann doch echt stolz als Sportlehrerin. Yonah und Ich haben überhall geholfen, wo Hilfe benötigt wurde, die restliche Zeit haben wir mit den Kindern verbracht.


Wieder in Walvis Bay habe ich mir mit Yonah zusammen die Haare braiden lassen. Insgesamt saßen wir ca 4 Stunden in dem Hair Salon und haben dort als erste „Shilumbus“ (Weiße Personen) Rastas geflochten bekommen. Die Frauen dort flechten in einem Tempo, das kannst du dir nicht vorstellen. Der Vorgang tat viel weniger weh, als ich dachte. Die Tage danach waren dafür nicht so entspannt, da die ganze Kopfhaut angefangen hat zu jucken. Mit Vaseline und Sprays, die extra dafür gemacht sind, konnte man das aber zum Glück ein bisschen lindern. Obwohl ich echt viele extra Haare auf dem Kopf hatte, waren die Zöpfe gar nicht so schwer. Ich muss aber sagen, so gern ich den Style auch mochte, sehr praktisch war er nicht. Gerade beim Sport machen war ich schnell genervt davon, deshalb habe ich sie insgesamt auch nur ca. 3 Wochen auf dem Kopf gehabt.

Lustigerweise hat mir die Flechtaktion echt viele neue Freunde geschenkt. Die beiden, die uns die Haare geflochten haben und das Mädchen, das im Shop gegenüber arbeitet, sind mittlerweile Personen, die ich fast täglich sehe und super gerne Zeit verbringe.


Seit dem 10km Lauf, den ich in Swakopmund gerannt bin, bin ich wieder motiviert mehr Sport zu machen und habe mir als neues Ziel gesetzt, im Juli einen Halbmarathon zu rennen. Dafür habe ich mir anfangs einen Trainingsplan ausgedruckt, der für mich 3-4 Trainingseinheiten pro Woche vorgesehen hat. In der Zeit hat Yonah sich meistens die Gegend angeschaut. Zu meinem eigenen Sport aber später noch mehr.


Mein Fußballprojekt mit den U11&U13 Girls ist in der Zeit auch echt explodiert. Wir hatten eine durchschnittliche Trainingsbeteiligung von 90 Kindern. Der absolute Wahnsinn war ein Nachmittag, an dem 119 Kids da waren. Es war so toll zu sehen, wie viele Mädels außerhalb der Schule Freude an der Bewegung haben und auf den Sportplatz kommen. Generell mache ich das Training mit Desire zusammen, einer Local-Coachin, das funktioniert echt gut. Zusätzlich zu Yonah, hatten wir in der Zeit oft Unterstützung von älteren Soccer-Girls, oder einer der Junior-Coaches. So konnten wir das Chaos auf dem Sportplatz wenigstens einigermaßen unter Kontrolle haben. Insgesamt haben wir 10 Bälle und ungefähr 30 Leibchen zu Verfügung, das war manchmal echt eine Herausforderung. Da so viele Mädels zur gleichen Zeit kaum zu beschäftigen waren, haben wir uns dazu entschieden die U11 und die U13 an zwei verschiedenen Tagen zu trainieren. Jetzt ca. 1 Monat später hat sich die Zahl der Mädels, die regelmäßig kommen auf ungefähr 30-40 Kinder pro Age-Group reduziert. Das macht es doch viel leichter anständiges und abwechslungsreiches Training anzubieten.


Am Wochenende habe ich Yonah auch mit zum Segelprojekt genommen. Da sie selbst auch noch nie auf einem Boot saß, konnte sie mit den anderen Kids einiges mitnehmen. Wir sind zusammen einen Katamaran gesegelt, der dann nach einiger Zeit an Altersschwäche aufgegeben hat. Zum Glück nicht all zu fern vom Ufer ist das Trampolin gerissen (wo man draufsitzt) und der Mast umgeflogen. Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß und konnten nach unserer Rettung noch andere Bootstypen ausprobieren. Die anderen Kids hatten den perfekten Wind, um ihre Segelkenntnisse weiter auszubauen und neue Manöver auszuprobieren. Ein Mädchen zum Beispiel, die sich bei dem letzten Segel-Samstag nicht getraut hat allein ein Segelboot zu führen, ist dieses Mal souverän mit einem Lazer hin und her gesegelt und ist nicht einmal vor der Wende zurückgeschreckt. Es ist echt toll zu beobachten, wie die Kids an Selbstvertrauen gewinnen und so sich weiterentwickeln können. Und das gilt nicht nur für das Segeln und Fußballprojekt sondern ist auch beim Schwimmen deutlich zu beobachten.

Eine Woche nach dem Yonah dann leider wieder gehen musste, durfte ich zum ersten Mal mit den Kids in den tiefen Pool. Das war ein sehr großer Schritt für uns alle. So wohl sich die Meisten im flachen Wasser auch gefühlt haben, das tiefe Wasser ist einfach doch nochmal was anderes. Ich habe die Kids mit ihrem „besten Freund“, der Pool-Nudel bekannt gemacht und mit vielen Vertrauensübungen angefangen. Als es dann so langsam ans tatsächliche Schwimmen gehen sollte, musste erstmal etwas an der Körperspannung und Fitness der Kinder gearbeitet werden. Am Anfang ging dies eher langsam vorwärts, umso stolzer bin ich, das mittlerweile fast alle Kids, nur mit Unterstützung der Poolnudel und eines Brettchens, eine Bahnbreite mit dem Kraulbeinschlag zurücklegen können. Außerdem trauen sich mittlerweile alle ins Wasser zu springen, wenn ich sie auffange und mit dem Kopf komplett unter Wasser zu gehen.



Meine Swimming Crew

Am ersten März-Wochenende bin ich nochmal spontan nach Swakopmund gefahren, da dort bei einem Leichtathletik Wettkampf noch Helfer benötigt wurden. Ich kannte sogar erstaunlich viele der Athleten, deshalb hat es echt wieder Spaß gemacht dort zuzuschauen. Nachdem ich feststellen musste, dass es auch einen 5000m Wettkampf gab, hat es mich aber fast etwas aufgeregt nicht selbst mitgemacht zu haben. Trotzdem hat sich für mich mit diesem Event tatsächlich viel verändert: Ich habe nicht nur die Coaches des Leichtathletik-Trainings in Walvis Bay, sondern einen weiteren Coach aus Windhoek, der mit einem nochmal anderen Coach für Halbmarathon zusammenarbeitet, kennengelernt. Zuerst einmal zu dem Coach aus Windhoek: Nachdem er aus Zufall von meinem Vorhaben, einen Halbmarathon zu rennen, mitbekommen hat, hat er direkt seinen Kollegen angerufen, um mich mit ihm in Kontakt zu bringen. Dieser war sofort offen dafür, mein Training zu optimieren und mich als „Personal Coach“ in meinem Vorhaben zu begleiten. Zusätzlich dazu habe ich mich dazu entschlossen der Leichtathletik-Gruppe in Walvis Bay anzuschließen, da ich mich mit den Coaches von dort ebenfalls auf Anhieb sehr gut verstanden habe und auch schon einige kannte, die dort regelmäßig trainieren. Das waren wirklich zwei meiner besten Entscheidungen und Bekanntschaften, die ich in Namibia machen konnte. Mittlerweile gehe ich zusätzlich zu meinen Ausdauerläufen fast täglich ins Training, um auch an meiner Schnelligkeit zu arbeiten. Außerdem habe ich mit Tanie Berlinda ( meiner Coachin) wie eine namibische Mutter dazugewonnen und mit Andre (dem Sohn von Berlinda) nicht nur einen super Coach, sondern auch einen Fußballkompane. Immer Dienstags und Donnerstags nach dem Training kicken wir noch mit ein paar anderen Athleten hin und her, so kommen sogar meine Fußballschuhe noch zum Einsatz. Nicht nur die Wochen sind durch Schule, Coachen, eigenes Training und Hauskreis prallgefüllt, auch wochenends genieße ich momentan ein volles Programm:

Das Wochenende nach dem Wettkampf habe ich mit einigen DRK-Freiwilligen auf einer Farm im Erongo-Gebirge verbracht. Die Besitzerin der Farm hat ein wunderschönes Gelände, das wir mit ihr zusammen etwas erkunden durften. Was mir an dem Farmleben unglaublich gefällt, ist die Verbundenheit mit der Natur, die Weite der Ebenen und natürlich auch die unglaublichen Sundowner und Sternenhimmel, die man hier bestaunen kann. Zusätzlich hatten wir das Glück, das an dem Tag ein Braai mit anderen Farmbesitzern geplant war, das heißt, wir wurden mit dem leckersten, frischesten Essen verwöhnt. Dieses Wochenende war perfekt, um von dem ganzen Wochentrubel etwas Abstand zu nehmen, wieder Kraft zu tanken.


Eine Woche später haben Maike und ich in Walvis Bay ein Freundschaftsspiel organisiert. Maike ist mit ihren U13 und U15 Mädels aus Eenhana angereist, um gegen meine U13 und Mathildas U15 zu spielen. Der Tag war ein voller Erfolg! Maikes U15 und meine U13 haben das jeweilige Spiel gewonnen. Zur Belohnung gab es dank großzügiger Spenden meines Fußballvereins, dem ATSV Mutschelbach, einen Trikotsatz für das jeweilige Gewinner-Team. Danke dafür! Ich war echt stolz auf meine Mädels, da es das erste Spiel war, welches sie in der Konstellation bestritten haben. Danach sind wir alle zusammen an den Strand gefahren und haben den gemeinsamen Tag mit einem Braai abgeschlossen. Mit den Eenhana Girls sind wir dann noch zur Dune 7 gefahren, da die Meisten noch nie in der Sandwüste waren. Dann ging es für sie auch schon wieder zurück in den Norden.


Nur zwei Tage später war praktisch schon wieder Wochenende. In Namibia wurde die Unabhängigkeit gefeiert, für uns hieß das verlängertes Wochenende,juhu!

Bevor es für mich schon wieder auf Reisen ging, haben wir an unserer Schule einen Einblick in die verschiedenen Kulturen unserer Kinder bekommen. Alle Kinder wurden versammelt, um dem Schulchor zu lauuschen und die Tänze der Namas, Hereros, Damaras und Wambos zu bewundern. Das sind übrigens 4 der 13 Stämme Namibias. Abgeschlossen wurde der Tag mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne, Gänsehaur pur!

Mit Paul und Joana habe ich am Samstag bei dem Toyota Warrior Race bei Windhoek mitgemacht, das ist ein 10km Lauf gewesen mit 22 Hindernissen. Ein Hindernis konnte zum Beispiel etwas zum Balancieren sein, oder Holzpfähle, über die man rüber klettern musste. Am anstrengendsten waren die Hindernisse, bei denen man sich an Griffen entlanghangeln musste, am meisten Spaß haben mir die Schlammbäder gemacht. Das Coole war, dass wir das Rennen als Team bewältigen konnten und so die Stärken der Einzelnen ausnutzen konnten. Wir haben auf einer nahegelegenen Lodge gecampt, dort bin ich nochmal so richtig in Urlaubsstimmung gekommen. Wir haben total nette Leute kennengelernt, konnten einen Pool genießen und einfach mal nichts tun. Ich habe die Zeit genutzt, um meinem neuen Hobby, dem Häkeln nachzugehen. Ja, das ist jetzt vielleicht nicht das typische Hobby, ich weiß, aber es ist ein echt produktiver Zeitvertreib. Und es macht mir einfach Spaß neue Sachen auszuprobieren. So ging auch dieses Wochenende viel zu schnell vorbei. Auf dem Heimweg mussten wir noch dem kenianischen Präsidenten Platz machen, der von bestimmt über 20 Wägen zum Flughafen eskortiert wurde.


Das letzte März-Wochenende habe ich in meiner Gemeinde verbracht. Es gab eine Frauenkonferenz , bei der ich mit einigen aus meinem Hauskreis teilgenommen habe. Die zwei gemeinsamen Tage waren echt inspirierend und ermutigend, außerdem habe ich echt nette Kontakte schließen dürfen.

Am Montag kam dann endlich Vanessa, eine Freundin aus Ghana, an. Okay, ursprünglich kommt sie aus Deutschland, aber sie macht dort auch einen Freiwilligendienst. Dass sie mich besuchen kommt, war echt spontan. So richtig kannten wir uns davor nicht, aber wir verstehen uns richtig gut.

Ach sie habe ich in in der ersten gemeinsamen Woche in meinen Alltag mitgenommen. Abschließend für den Term haben wir mit den Kids im Unterricht getanzt. Dadurch haben wir festgestellt, dass die Musik sich in unseren Einsatzländern sogar etwas überschneidet. Die freien Stunden haben wir genutzt, um etwas Sightseeing um Walvis Bay herum zu betreiben, um Kaffee zu trinken, oder Essen zu essen, dass es in Ghana nicht gibt, oder unbezahlbar ist und um zu trainieren. Am Freitag ging es mit Tanie Belinda nach Windhoek. Der ursprüngliche Plan war, direkt nach Rehoboth weiterzufahren, doch dann kam Tanie's Idee dazwischen, mich spontan bei den Nationals rennen zu lassen. So kam es, dass ich am Samstag morgen auf der Tartanbahn stand und 5000m rennen durfte. Mit einer Personal Best und Bronze ging es am gleichen Tag weiter nach Rehoboth, um am nächsten Tag an einem Off-Road Triathlon mitzumachen. Insgesamt waren wir 7 ASCler, plus verletzter David und Dingane als Teammanager. Es war ein unglaubliches Erlebnis und das bis jetzt anstrengendste Rennen, dass ich hier gerannt bin. Der Damm ist unglaublich schön!

Mit Davids Kumpel und den Voluntas (Freiwillige iener anderen Organisation) haben wir die nächsten Tage genossen. Eine Nacht haben wir auch unter freiem Himmel direkt am Damm geschlafen, sehr kalt, aber traumhaft schön. Am Freitag musste ich mich dann von Vanessa verabschieden. Gestern Morgen bin ich wieder wohlbehalten in Walvis Bay angekommen. Es ist echt ein tolles Gefühl wieder Zuhause zu sein.



Mach's gut und bis zum nächsten Mal!


Much Love

Romy

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