SOCIAL YEAR in Walvis Bay

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  • Romy Gros

Tournaments, Wassersport und Touri-Sachen

Hallo Du,

uff, es ist echt schon lange her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Sorry dafür. Nicht nur meine vielen neuen Erlebnisse sind daran schuld, sondern auch das seltene WIFI (was ich aber eigentlich ziemlich genieße) und mein Alltag, der sich immer mehr einpendelt und füllt.


Die Schule macht mir immer mehr Spaß! Die Kinder gewöhnen sich an uns und wissen mittlerweile, wo unsere Grenzen sind. Das macht das Unterrichten meist doch angenehmer. Außerdem haben Fyn und Ich uns jetzt den Dienstag aufgeteilt, damit wir nicht mehr gemeinsam 8 Stunden, sondern jeweils 4 Stunden haben, das ist so kräftesparend! Im Moment machen wir die ersten Noten in Standweitsprung, es gibt so unglaubliche Talente! Dadurch, das wir jetzt erstmalig die ganzen Klassenlisten in der Hand haben, kann ich doch mehr Kids mit ihrem Namen ansprechen und muss nicht mehr blöd „Hey You“ sagen. Außerdem haben wir festgestellt, das einige der Kids 2001 geboren sind, das heißt, dass einige nur ein Jahr jünger als wir sind-verrückt.

Dieser Junge springt 2,60m aus dem Stand

Mein U11 Projekt entwickelt sich weiter: Im Moment trainieren wir auf das erste Turnier, welches Ende November stattfinden soll. Die Mädels freuen sich schon riesig darauf.

Für die U13/U15 haben wir momentan samstags noch ein zusätzliches Fun-Training angesetzt, sodass sie sich jetzt nochmal richtig auspowern können, bevor sie sich auf die Final-Exams konzentrieren müssen.

Zu meinem restlichen Alltag: Ich habe meine Motivation, selbst Sport zu treiben, endlich wieder gefunden. Nach der Arbeit gehe ich jetzt fast jeden Tag endweder joggen, ins Fitness, oder irgendeinen anderen Sport betreiben. Das tut so gut! Mir ist erst jetzt aufgefallen, wie mir die Bewegung eigentlich gefehlt hat. Seitdem ich damit angefangen habe, fühle ich mich wieder viel motivierter und voller Energie.


Mein Afrikaans wird auch immer besser. Mittlerweile kann ich mich schon vorstellen, zählen und Gesprächen, deren Thema ich kenne, folgen. Bei meinem Deutsch merke ich dafür immer wieder, dass sich die englische Grammatik hier und da mal einschleicht, oder ich englische Redewendungen versuche im Deutschen anzuwenden. Dadurch kommt es immer wieder zu lustigen Momenten. Auch häufig passiert es, dass ich mit Deutschsprachigen plötzlich Englisch rede, oder die Kids mit „Sehr Gut!“ lobe.

Chelsea, eine meiner besten Freundinnen hier, hat sich letzte Woche nach Europa verabschiedet. Das heißt, dass ich die nächsten 2 Monate hier ohne sie auskommen muss. Ich freue mich aber total für sie. Wir haben dadurch in der Zeit, in der wir noch zusammen hier waren sehr viel zusammen gemacht, sei es Squash, Indoor Soccer, Tennis, Fifa 19, oder einfach reden. Ich werde sie sehr vermissen.

Die Esskultur durfte ich ebenfalls weiter erkunden: Wir haben in den letzten Wochen drei Geburtstage gefeiert, an dem einen gab es alles erdenkliche traditionelle Essen: Ich habe Würmer probiert, Darmhaut, Wambo-Papp und speziellen Hirsenbrei, das eine interessanter, als das Andere. Es muss jetzt alles nicht unbedingt auf meine alltägliche Speisekarte, aber ich bin echt glücklich, dass ich es probieren konnte.




Das Wetter wird auch immer besser. Man merkt so langsam, dass der Sommer kommt. Die Sonne strahlt mit den Kindern hier um die Wette. Ich muss sagen, das gute Wetter macht das früh aufstehen um einiges angenehmer, den Sport jedoch echt anstrengend. Gut, dass wir direkt neben dem Meer wohnen, so können wir das Training auch mal an den Strand verlegen. Die Kinder sind alle super begeistert, wenn ich mit ihnen ins Wasser gehe, allerdings bleiben sie alle dort, wo sie stehen können, da nur die wenigsten wirklich schwimmen können. Das letzte Mal haben wir am Strand ein Tournament gestartet, da wir dort ganz viele Jungs von unserer Schule getroffen haben.

Auch die Wochenenden waren wieder wahnsinnig vielseitig gefüllt. Wie schon in meinem letzten Blog angekündigt, waren Fyn und ich mal wieder in Swakop. All unsere Coaches von Walvis Bay haben dort am Samstag an einem Alte-Herren-Fußball-Turnier teilgenommen und dieses schlussendlich souverän gewonnen. Der Gastgeber SFC (Swakop Football Club), das ist der circa deutscheste Club, den Du dir vorstellen kannst, hat zum Pricegiving noch eine kleine Party veranstaltet, die wir als treue Fans natürlich nicht verpassen durften. Das Highlight war mit Sicherheit unser Surfkurs am nächsten Morgen. Kira, die RedCross-Freiwillige, war leider krank und konnte deswegen nicht mitmachen, so ging es schlussendlich zu 4+Surfbrett im Taxi an den Strand. 3 Stunden im Wasser machen einen hungriger als man denkt! So ging es nach einemr oder weniger erfolgreichen, aber mega spaßigen Morgen erstmal essen. Was auch sonst.

Das Wochenende darauf mussten ein Großteil der Freiwilligen bei unterschiedlichen Turnieren in Swakop helfen. Ja schon wieder Swakop. Freitag Abends waren die Jungs bei einer Ladies-Night im Dome als Kellner und Türsteher eingeplant, Joana und ich haben Essen beim Hockey-Turnier ebenfalls im Dome verkauft. Den Samstag habe ich komplett auf dem Jugend-Fußball-Tournament des SFC verbracht. Playtime hatte 4 Teams in den verschiedenen Jugenden, unsere U11 hatte schlussendlich sogar gewonnen. Das Tournament war riesig und erforderte eine Menge Organisation, ein Wort, dass den Namibier eher fremd ist. Es war ein riesiges Chaos, was lange Wartezeiten zwischen den Spielen, Doppelbesetzungen eines Spielfeldes, oder Antreten gegen einen falschen Gegner zur Folge hatte. Trotzdem haben es die Kinder sehr genossen und ihre beste Leistung zeigen können und darum geht es ja. Ich konnte nochmal viel enger mit den Kids zusammenwachsen, da meine Aufgabe eben vorallem war, die Wartezeiten mit den Jungs zu überbrücken. Justus, der Swakop-Freiwillige, arbeitet für den SFC und war dadurch Trainer der Gegner-Mannschaften. Wir zwei haben uns dann immer gebattlet, obwohl das Turnier überhaupt nicht um uns, geschweige denn unseren Leistungen ging. So gingen 12h auf einem Fußballplatz unglaublich schnell um. Am Abend waren wir alle unglaublich erschöpft. Joana hatte ihren ersten eigenen Leichtathletik-Wettbewerb erfolgreich bestritten, die anderen Freiwilligen waren alle irgendwo eingespannt, so sind wir schon früh alle ins Bett gefallen. Sonntags wurden Sophia, David und ich von Chelsea abgeholt, für uns ging es nämlich in Walvis Bay segeln. Derik, der uns immer die Boote organisiert, konnte allerdings erst ab 2, deswegen haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen das ganze Walvis Bay-Touriprogramm zu machen: Zuerst die Dune 7, dann die Salzfelder (das sind die pinken Seen). Angekommen im Yacht-Club hat Uncle Buddy (dem gehören die Boote) schon auf uns gewartet, um uns den Schlüssel für die Garage zu geben. Derik war noch nicht da, das heißt, dass ich alleine den Laser (das Segelboot) aufgebaut habe und erstmal mit Sofia aufs Meer bin. Wind hatten wir nicht so wirklich, das heißt wir sind eher getuckert. Trotzdem war es einfach ein wunderbares Gefühl wieder auf dem Wasser zu sein-Freiheit eben. Wir sind direkt an Seelöwen vorbeigesegelt, die für uns eine kleine Sprungshow eingelegt haben, so schön. Als David mit mir auf dem Boot saß, hat er auch direkt das Ruder übernommen, da es bei dem Wind nicht unbedingt eine Kunst war, das Boot im Griff zu haben. Und ich muss sagen, für das erste Mal hat er das echt gut gemacht. Ich konnte mich währendessen vorne auf das Bug legen und entspannen. Plötzlich kam Derik mit Sophia und Chelsea auf dem Schlauchboot angefahren, um uns mit den Wellen aus dem Konzept zu bringen, doch kein Problem für Captain David. Und jetzt halte Dich fest: Derik meinte so zu uns, ob wir das Segeln nicht lieber auf einen anderen Tag verschieben wollen (Ich, unglaublich enttäuscht) und jetzt lieber Wakeboarden ausprobieren wollen (Ich,komplett aus dem Häuschen). Nur einen Augenblick fand ich mich mit den Anderen auf dem Schlauchboot, mit allen sich nur erdenkbaren Boards, die man hinter das Boot hängen konnte. Während Derik seine Skills auf dem Wakeboard ausgepackt hatte, durfte ich das Boot steuern, was auch einfach ein unbeschreibliches Gefühl war. Sophia und Ich waren ziemlich überfordert mit dem Aufstehen. Ich glaube ich habe noch nie so viel Wasser geschluckt, wie bei meinen zahlreichen Versuchen, die Balance zu halten. Irgendwann haben wir dann ein geankertes Boot als Startrampe benutzt. Das hat das Ganze doch noch zu einem Erfolgserlebnis werden lassen. Oh, das hat einfach so Spaß gemacht.


Wie Du mittlerweile bestimmt gemerkt hast topt ein Wochenende das Nächste. Durch den World Teachers Day am darauffolgenden Freitag hatten wir Freiwilligen alle frei. So konnten sogar die Nordler zu uns an die Küste kommen, um unser Zuhause zu erkunden. Colin und Maike, Dingane und Lena, ein Kumpel der Beiden und Moritz kamen hier um 3 an, ready, um sich in ein neues Abenteuer zu stürzen. Samstag morgens hat mich die ganze Gruppe zu meinem Fußballtraining begleitet. Die Mädels wollten in zwei Teams uns Volunteers herausfordern, ein Team hat sogar souverän gewonnen (so denken sie zumindest).

Außer Puste und hungrig waren wir Volunteers auf jedenfall, so haben wir beschlossen mit den Kindern Kapana essen zu gehen und dann direkt an den Strand. Colin und Dingane konnten es sich nicht nehmen lassen, sie mussten, trotz bewölktem Himmel und doch recht frischem Wind, einfach ins Wasser. Die Mädels haben uns ihre Turntalente gezeigt, uns mit Sand zugegraben und was man sonst noch so am Strand macht. Plötzlich haben sich irgendwelche fremden Menschen noch zu uns gesetzt, um über Gott und die Welt zu diskutieren – und um ein oder zwei, oder zwanzig Fotos mit uns zu machen. Gegen Nachmittag sollte es wieder ein touristischer Tag werden: Die Dune 7 wurde von uns in Angriff genommen, doch spontan haben wir uns dazu entschieden dort Kart fahren zu gehen! Oh das war ein tolles Gefühl durch die Dünen durchzufahren. Für meinen Geschmack hätte der Guide aber schon einen Zahn zulegen können. Die Sonne war kurz vor dem Untergehen, wir konnten während dem Fahren sehen, wie sie sich immer mehr im Meer spiegelt. Die Atmosphäre war perfekt: Es gab nichts, als uns, die Quads und die Natur.

Kaum am Fuße der Dune 7 angekommen sind wir so schnell es geht die Düne hochgeklettert, um den Sonnenuntergang noch mitzuerleben. Quinton und Fyn sind dann auch noch zu uns gestoßen. So lässt man gerne einen Abend ausklingen. Doch der Tag war noch nicht vorbei: Sobald es dunkel wurde, ging unser Trip weiter in den Yacht-Club, um unserer Crew den ultimativen Schnitzel-Burger vorzustellen. Und um die Grundlage für eine lange Nacht im Walvis Bayer Nightlife zu schaffen.

Um möglichst viel von dem Wochenende auszuschöpfen, wurde das ausschlafen übersprungen: Um 9 hat Chelsea einen Teil von uns abgeholt, um die Salzufelder ein weiteres Mal zu besichtigen. Dieses Mal waren sie auch wieder schön pink. Um 12 mussten wir uns von allen verabschieden, der Weg in den Norden ist sehr lange.

Das konnte ich am nächsten Wochenende am eigenen Leib erfahren: Donnerstags ging es für mich los nach Tsumeb, eine Stadt im Norden. Ich sollte mit Quinton die Cricket U15 Girls auf ihrem Tournament begleiten. Von Cricket hatte ich zu dem Zeitpunkt keine Ahnung. Aber einen neuen Teil Namibias zu sehen und Zeit mit den Kids zu verbringen, haben mich schnell überzeugt, mitzukommen. Mit Quintons Klapperkarre ging es los, die Fahrt dauerte 7h. So lange es sich auch anhört, man gewöhnt sich irgendwie an die langen Strecken. Mit viel Musik, reichlich Gesprächsthemen und einigen Energydrinks, sind wir nachts um 11 heil in unserem Guesthouse angekommen.

Wie es sich am nächsten Tag im Sonnenschein herausgestellt hatte, war das Gesthouse unglaublich schön: Wir haben in Holzhütten übernachtet, das Gelände war gefüllt mit Pflanzen, so viel Grün habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Tsumeb ist ein kleines Städtchen, dass sich uns in seiner vollen Pracht gezeigt hat. Die Bäume haben violett geblüht, Papayas und Mangos sind gereift und die städtliche Parkanlage hat vielen Einwohnern Schatten gespendet. Doch nun zum mehr zum Cricket: Die Mädels hatten am Freitag zwei Spiele gegen den Gastgeber das Gymnasium Tsumebs. Was ich jetzt erfahren habe, ist, dass ein Cricket-Spiel bis zu vier Stunden gehen konnte, was ist das denn für ein Sport! Und das bei 35 Grad und ohne Schatten. Bewundernswert wie gut die Mädels das gemeistert haben. Sie gewannen nicht nur diese beiden Spiele, sondern auch am nächsten Tag gegen das Windhoek Gymnasium mit Abstand. In der Zeit, in der sie nicht gespielt haben, waren meine Haare wieder eine gute Beschäftigung. So war es kein Wunder, dass ich von dem Wochenende wieder mit Braids nach Hause gekommen bin. Sonst haben die Mädels haben mir geduldig die Regeln erklärt und ich muss zugeben, sobald man die Regeln einmal kennt, ist das Spiel nicht das Komplizierteste.

Samstag Abend hat uns die Tante einer Spielerin zu sich nach Hause eingeladen, um zu braaien. Die Mädels waren im Tanzmodus und haben mir einen Move nach dem anderen beigebracht (versucht beizubringen). Irgendwie sah das bei denen, trotz vielem Üben, einfach besser aus. Naja die machen das ja auch schon ein bisschen länger als ich. Am Sonntag ging es dann wieder nach Walvis Bay zurück. 500 km der Strecke bin ich gefahren. Das hört sich viel langweiliger an, als es war. Zum einen war es schon ein Erlebnis mit dem Auto durch das Land zu tuckern, dessen Batterie übrigens an dem Wochenende übrigens auch den Geist aufgegeben hat. Das bedeutet, dass wir das Auto immer schieben mussten, bis es anspringt. Oh, wir hatten Spaß! Außerdem standen die verschiedensten Tiere am Straßenrand. Ich habe Springboks, Wildschweine, Rinder, Pferde nun nicht nur auf meinem Teller, sondern auch lebend gesehen, wurde auch mal Zeit. Kaum eine halbe Stunde wohlbehalten daheim angekommen, ging es dann auch direkt weiter zum Squash und zum Uno spielen bei Freunden. Ein schöner Weg dieses Wochenende zu Ende zu bringen.

Dieses Wochenende hat mich Kira, die RedCross-Freiwillige aus Swakop besucht. Am Freitag waren wir zusammen mit Mathilda und meinen Mädels auf dem Fußballplatz, dort hatten die U15 nämlich ein Spiel gegen die Tutaleni Primary School. Ein wahrer Erfolg: Mit 5:0 gingen sie stolz vom Platz. Am Abend haben wir am Strand mit ein Paar unserer Lehrer-Kollegen gebraait und danach mit Freunden noch lange bei uns in der Wohnung gesessen. Samstags ging es endlich mal wieder segeln, dies Mal war der Wind auch echt gut! Trotzdem konnten wir uns die Chance nicht nehmen lassen, auch dieses Mal wieder Wakeboarden zu gehen und ich hab es tatsächlich geschafft, auch auf dem Surfbrett aufzustehen. Das war ein Erfolg. Was ebenfalls ziemlich cool war, dass plötzlich direkt neben mir ein Seelöwe aufgetaucht ist. Zum Glück wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass die beißen. Der Wassersporttag hat uns unglaublich geschlaucht. Kaum daheim angekommen, ging es ins Bett, um einen Film nach dem Anderen zu schauen. Für den Sonntag hatten wir noch keine Pläne, so haben wir uns spontan dazu entschieden mit Freunden einen Beach-Day in Langstrand, einem Dorf weiter, zu machen. Plötzlich haben wir am Strand einen riesigen, toten Wal entdeckt.

Das war ganz schön erschütternd. Aber auch ziemlich atemberaubend. Das war glaube ich das größte Tier, das ich bis jetzt in meinem Leben gesehen habe. Am Abend ging es für Kira wieder nach Hause, für Fyn, Tobis, Sarah (die RedCross-Freiwilligen aus Walvis) und mich, ging es noch auf die Dune 7 für den Sundowner. Von dem Ausblick dort kann man einfach nicht genug kriegen.

Genauso hoffe ich, dass Du nicht genug davon kriegen kannst, was ich von hier berichte! Ich habe weiterhin ein prall gefülltes Programm und freue mich bald wieder mehr erzählen zu können.

Much Love

Romy

153 Ansichten
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