SOCIAL YEAR in Walvis Bay

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  • Romy Gros

Namibia erkunden, Feste und letzte Schultage


Hallo Du,

schön dass Du vorbeischaust. Die letzten Wochen war ich sehr viel unterwegs, da nun die Examen-Zeit in Namibia angefangen hat. Das heißt es gibt zum Einen viel über andere wunderschöne Plätze in Namibia zu erzählen, aber trotzdem natürlich auch was in Walvis Bay so gelaufen ist.


Das erste Wochenende nach dem letzten Blogeintrag haben fast alle der Freiwilligen zusammen in Windhoek verbracht. Dort waren wir auf dem namibischen Oktoberfest, der absolute Hammer sag ich Dir! Im Prinzip ist das Event das Gleiche: ganz viel Bier (welches extra für das Fest gebraut worden ist), ein riesiges Zelt, deutsche Musik (ja, die Kirchdorfer Band von München ist extra eingeflogen worden) und viel Gesinge und Getanze. Es gab typisch deutsches Essen und außer mir liefen tatsächlich auch noch Andere in Dirndl bzw. Lederhose rum.

Das Fest war schon eher überlaufen von dem weißen Bevölkerungsteil Namibias und Touris, was ich persönlich schade fand, aber vor allem mit der deutschen Musik zu erklären ist.


Unter der Woche haben wir fleißig die letzten Noten an unserer Schule gemacht. Die Kids haben vollen Einsatz gezeigt und konnten großteils gute Leistungen vollbringen. Gerade mit den 7. Klassen konnten wir dann als Belohnung noch viel Fußball spielen, danach hatten sie von Anfang an immer gefragt. Diese Spaß-Stunden müssen gerade in der Examen-Vorbereitungszeit auch mal sein.


Völkerball

Dass die Kinder busy mit lernen sind, hat man vor allem im Nachmittagsprogramm gemerkt: Die Zahlen im U13 Training sind leider etwas zurückgegangen, dafür klappt das mit den U11 immer besser. Die Mädels lernen so schnell, das ist ein wunderbares Gefühl das mit ansehen zu können. Während die Meisten anfangs nicht mal wussten mit welcher Seite des Fußes man passt, fangen einige jetzt schon eigenständig an beide Füße zu nutzen. So cool! Auch die Mädels untereinander lernen sich immer besser kennen, so entstehen langsam Freundschaften, die klassen-übergreifend sind. Am liebsten würden die Girls jeden Tag trainieren, deswegen versuche ich für nächstes Jahr zu arrangieren, dass ich sie wenigstens zweimal pro Woche trainieren kann.


Am Freitag sind wir dann schon wieder nach Windhoek gefahren, da wir mit allen Freiwilligen und unseren ASC-Chefs das erste Zwischenseminar hatten. Dort konnten wir die gemeinsame Zeit nutzen, um uns über unsere Projekte auszutauschen, Ideen zu sammeln, was man in der Zukunft noch umsetzen könnte und um einfach mal wieder Spaß als ganze Gruppe zu haben. Außerdem konnten wir uns nochmal intensiv mit den SDG's auseinandersetzen, den sogenannten "Sustainable Development Goals". Jetzt nachdem ich einige Monate hier in Namibia verbracht habe, sind diese schon viel begreiflicher geworden, als noch auf dem Vorbereitungsseminar.




Montags hatten wir die Möglichkeit mit Chrissy (der Freiwilligen aus Rehoboth) Kanupolo zu spielen und ich muss sagen, dieser Sport ist der Hammer!





Mittwochs waren wir eingeladen zu einem Event der Basketball Artist School in Katutura. Diese hat genau wie der ASC eine Kooperation mit dem DOSB (Deutscher Olympischer Sport Bund) und hat zum Erfolg ihres derzeitigen Projekts (Prävention von Aids - Nildung und Sport vereint) ein Event veranstaltet. Wir konnten zum Beispiel an einem Basketball-Training teilhaben und obwohl es eine andere Sportart ist, konnte ich auch für mein Fußball Training viel mitnehmen. Sie haben auf eine ganz besondere Art gezeigt, wie man Lifeskills in das tägliche Training einbauen kann.

Außerdem haben viele verschiedene Menschen noch eine Rede gehalten und ein supercooler Chor in den Pausen gesungen. Der ganze Event wurde, wie auch sonst, mit einem leckeren Braai abgerundet.



Am Tag darauf hatte der ASC ein Event veranstaltet, um ihre neue Kooperation mit der NaDS ( Namibisch-deutsche Stiftung für kulturelle Zusammenarbeit) zu feiern. Wir Freiwilligen durften unsere Projekte vorstellen, um so einen Überblick über ASC Namibia zu verschaffen. Nicht nur die Gäste, sondern auch die Presse haben uns im Anschluss in interessanten Gesprächen über unsere Arbeit ausgefragt, es gab sehr viel auszutauschen und voneinander zu lernen. So hatte ich ein Gespräch mit einer Nam-Deutschen aus Windhoek und habe noch einmal ganz andere Sichtweisen auf das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen bekommen und auch darauf, welchen Beitrag wir in dem ganzen Gefüge leisten können.




Das ganze Seminar war am Freitag Morgen zu Ende. Für mich und fünf andere Volunteers hieß das, auf in ein neues Abenteuer. Benni, ein Kumpel von mir aus Deutschland, arbeitet für drei Monate in einer Lodge 1 1/2h von Windhoek und hat uns zu sich eingeladen. Ich sag Dir, dort war es wie im Paradies. Es gab auf dem riesigen Grundstück der Lodge, neben den pflegebedürftigen Tieren, auch jede Menge freilebende Tiere. Diese haben wir am darauffolgenden Tag bei einem Game Drive bestaunen dürfen. Ich habe so viele Tiere gesehen: Elefanten, jegliche Arten von Antilopen, Giraffen, Zebras, ein Nashorn, Erdhörnchen und so weiter. Das Highlight war aber mit Sicherheit der Leopard und die Geparden, um die sich an der Lodge gekümmert wird. Zwei Geparden zum Beispiel wurden von ihrer Mutter im Kindesalter abgestoßen und deshalb von Menschen aufgezogen. Dadurch sind sie zahm und haben sich von uns sogar streicheln lassen. Was für ein besonderes Erlebnis.

Am Abend sind wir alle zusammen zum Sundowner auf einen nahe liegenden Hügel gelaufen, von wo man einen Ausblick auf eine der Ebenen, die zu der Lodge gehören, hatte. Den Abend haben wir mit unglaublich leckerem Essen (neben Fleisch auch endlich mal wieder Gemüse!!!) und dem wunderschönen Sternenhimmel ausklingen lassen. Am Samstag Abend ging es nach dem Gamedrive schweren Herzens wieder nach Windhoek und von dort am Sonntag nach Hause.



Die Woche darauf haben wir in Walvis Bay mit den letzten Notengebungen verbracht. Mit den 7. Klassen, welche uns nun zum Ende des Schuljahres (hier ist das im Dezember) verlassen werden, haben wir als Erinnerung eine Wand an der Schule mit Handabdrücken gestaltet. So werden die Kids hier verewigt sein.


wall of fame

Das Nachmittagsprogramm lief weiter, am Freitag wurden wir auch von all unseren ASC Koordinatoren bei unserer Arbeit besucht. Die Mädels konnten ihre Skills in einem Spiel gegen Jörg dem Chef des ASCs und Daniel, einem weiteren Mitarbeiter, beweisen. Oh, wie stolz ich auf sie war, sie haben das richtig gut gemacht. Danach sind wir mit den beiden noch Kapana essen gegangen, um sie so noch ein bisschen mehr in unseren Alltag mitzunehmen.

Am Samstag habe ich mit Desire ein Saturday-Tournament für alle Fußball-Interessierten Mädels organisiert. Die 40-60 Kids werden in 5er-Teams aufgeteilt und spielen dann gegeneinander. Werden wir nicht mit allen Spielen fertig wird das Tournament normalerweise am nächsten amstag fortgeführt, ansonsten wird wöchentlich ein neues Tournament gestartet.


Nachmittags hatten wir mit all den Koordinatoren des ASC und den Swakop-Volunteers einen wunderbar sonnigen Beach Day.

Während der Examen hatten wir an unserer Schule nicht sehr viel zu tun, deshalb haben Fyn und ich uns die Arbeitstage aufgeteilt. So konnte ich in meinen freien Tagen in den Norden nach Eenhana fahren und dort Maike und Colin in ihrem Projekt besuchen. Ich muss sagen die Hitze dort oben vermisse ich nicht unbedingt. Tagsüber hatten wir Temperaturen zwischen 33 und 42 Grad und auch nachts hat es nicht mehr als auf 25 Grad abgekühlt. Doch die Umgebung ist so schön! Es ist alles viel grüner, als bei uns an der Küste. Dadurch, dass ich unter der Woche dort oben war, konnte ich auch von dem Schulalltag etwas miterleben. Die beiden unterrichten, anders als wir, vor allem die Lower Primary (Klassen 1-3), welche von den Examen nicht betroffen waren und somit weiterhin Sport hatten. Außerdem haben wir viel Zeit damit verbracht alte Autoreifen zu sammeln, für den Spielplatz, den Maike in den Weihnachtsferien mit ihren Spendengeldern aufbauen will. Wir haben es tatsächlich geschafft in 2 Tagen über 60 Reifen zu sammeln, in einer "Stadt" mit 5000 Einwohner, also wirklich nicht groß. Das hätten wir uns nie erträumt. Schade, dass ich bei dem eigentlichen Bau nicht dabei sein kann.


Am Donnerstag war geplant mit den Beiden zurück an die Küste zu gehen, doch unser Shuttle hat nach 2h Fahrt den Geist aufgegeben. Nach vergeblichen Versuchen das Shuttle wieder zum Fahren zu bringen, mussten wir nach 3 Stunden Wartezeit in ein neues Shuttle umsteigen. Da es viel zu lange gedauert hätte, bis wir endlich in Walvis gewesen wären, haben wir uns dann entschlossen nur bis Windhoek zu fahren und dort unser Wochenende zu verbringen.


Am Freitag sind wir mit allen Freiwilligen schon morgens um 9 in die Mall gefahren, es war nämlich Black Friday, der hier ziemlich präsent ist. In der Hoffnung auf gute Angebote, haben wir also ein Geschäft nach dem Anderen abgeklappert, der Eine mehr erfolgreich, der Andere weniger. Den Abend haben wir gemeinsam in einer deutschen Bar ausklingen lassen und ja, die Bar war extrem deutsch. Es liefen deutsche Ballermann-Hits, es gab Weizen und natürlich auch jegliches anderes Bier. Das war schon ein sehr verrücktes Gefühl.


Am Samstag war ein riesiger Fußball-Cup, an dem nicht nur die U20 und U23 Frauen-Nationalmannschaften Namibias gegeneinander gespielt haben, sondern später auch noch die Männer-Nationalmannschaft gegen Ghana. Endlich wieder Stadion, wie ich das vermisst habe. Und dann hat Namibia auch noch gewonnen. In den Pausen haben namibische Künstler Live-Musik gemacht, das heißt, es war wirklich super Stimmung.



Sonntags ging es dann endlich wieder nach Hause. Egal wie schön es ist das Land kennen zulernen und Zeit mit den anderen Freiwilligen zu verbringen, ist des doch auch immer wieder toll nach Walvis Bay zu kommen.


Am Montag war der letzte Schultag für die 7. Klassen. Ich hab die restlichen Handabdrücke gemacht, mit den Kids, die noch gefehlt haben und Lehrern bei ihrer Papierkram-Arbeit geholfen. Nachdem die 7. Klassen ihre letzte Prüfung geschrieben hatten, gab es eine riesige Mehl-Schlacht und tausende Umarmungen! Jetzt haben sie die Primary School wirklich geschafft. Als Abschied sind wir am Dienstag zusammen mit ihnen und den Lehrern der 7. Klassen ins Schwimmbad gegangen, um so nochmal einen letzten Tag mit ihnen zu verbringen. Wir hatten echt viel Spaß zusammen.



Den Mittwoch Abend haben wir Lehrer miteinander verbracht, um das Schuljahr zu feiern. Wir hatten eine Motto-Party, das heißt wir mussten alle in Matrosen Farben kommen. Es gab leckeres Essen, viel zu reden und laute Musik, auf die fleißig getanzt wurde, ein gelungener Abend.



Den nächsten Tag habe ich genutzt, um meine ersten Plätzchen zu backen und das obwohl ich noch so gar nicht in Weihnachtsstimmung bin. Dafür ist es einfach die falsche Jahreszeit. Schmecken tun die Plätzchen natürlich trotzdem.


Für das Wochenende ging es erneut auf Reisen: Freitag mittags haben wir uns mit einigen der Swakop-Freiwilligen auf den Weg zur Spitzkoppe gemacht. So einen Berg habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Mitten aus dem nichts ragt er und noch einige andere Berge außen rum. Das beeindruckende war aber auch die Art der Berge: Sie schienen nur aus einem Felsen zu bestehen. Dieser Ort ist wirklich perfekt Wir haben die Nacht unter freiem Himmel verbracht, in der Hoffnung unter einem Sternenhimmel einzuschlafen, leider haben uns Wolken einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem war das wirklich ein einmaliges Erlebnis.



Zurück in Swakopmund galt es sich direkt auf den nächsten Tag zu konzentrieren: Ich und noch einige andere Freiwillige hatten vor an einem alljährlichen Triathlon teilzunehmen. Um 6 Uhr morgens mussten wir dafür aufstehen, aber das hat sich gelohnt. Das Schwimmen im mehr hat mir am Anfang am meisten Bedenken gegeben, schlussendlich war aber das Fahrradfahren das Härteste. Es war aber ein unglaubliches Gefühl am Ende über die Ziellinie zu rennen und zu wissen, dass man es geschafft hat. Insgesamt haben 8 Freiwillige mitgemacht, viele davon sogar wirklich erfolgreich!



Nun gehen die Ferien los und somit auch unser Ferienprogramm. Wir werden die nächsten zwei Wochen jeden Tag Sportangebote für die Kids hier in Walvis Bay haben, mit dem Fokus auf Fußball. Ich freue mich schon riesig mit den Kids so viel Zeit verbringen zu können und mit ihnen Sport zu treiben. Es werden auch immer wieder andere Freiwillige vorbeikommen und uns unterstützen. Genaueres dazu aber in meinem nächsten Blog-Eintrag. Jetzt bist Du erstmal wieder auf dem aktuellen Stand. Frohe Adventszeit wünsche Ich Dir aus dem sommerlichen Namibia!


Much Love

Romy


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